Gen. Titelbild Quelle: ON Redakteur Holger Janssen 2023
MOIN, liebe Gäste an Bord der Blauen-Jungs und Deerns aus Aurich,
hier spricht der Kapitän von der Brüüüüücke und danke, dass Ihr unsere Internetseite besucht. Auf den folgenden Seiten findet Ihr jede Menge Bilder und Interessantes über uns und unseren Chor. Viel Spaß und wir hoffen, Euch bald wieder auf einem unserer Konzerte an der ostfriesischen Nordseeküste begrüßen zu dürfen.
WIR.LIEBEN.SHANTY.
Holger W. Geburtstag 2026
Wortlos geht die Welt zugrunde,
schweigend bis sie ganz versinkt.
Hoffend, dass dem Prosamunde
pilchernd noch ein Vers entspringt.
Es war die schönste aller Waffen
einst der Dichterfürsten Wort.
Wo sind die, die heut noch dürsten,
im Kampf gegen den Sprachenmord?
Ein Baudelaire, Balzac, ein Rilke -
die nahmen Bücher noch zur Hand.
Doch was lesen Bernd und Silke?
Bestenfalls den Kontostand.
Sätze wirken oft beengend,
vor allem wenn zusammenhängend.
Wozu also Worte schlichten,
rhythmisch ordnen und verdichten?
Wozu denken und verkürzen
und sich in den Wortfluss stürzen?
Wozu modelliere ich
bei Kerzenlicht ein Schmerzgedicht?
Wozu schreib ich ein Pamphlet,
wenns ungehört vorübergeht?
Das frag ich mich als Reimeskranker
und geh im Silbenmeer vor Anker.
Der Weise wählt den Schweigepfad;
Wohl dem, der nichts zu sagen hat.
Gröhlend müht man sich heut weiter,
wie ein Gaul, der redlich hinkt.
Denn nur Zoten bringen Quoten,
bis es aus dem Volksmund stinkt.
Der Populist drischt gut bei Lunge
phrasend auf das Volksohr ein.
Das hörig lauscht der Spaltungszunge:
Einer muss das Feindbild sein!
So kann die Sprache man missbrauchen,
allzu lang ist's noch nicht her.
Einst da hieß es Propaganda,
heute heißt es schlicht “PR”.
Des Rudels Kern von heutzutage
folgt der pekuniären Macht
und schon wird die Knetchenfrage
durch Plattitüden platt gemacht.
Doch mein Blut ist Tinte mir
und die Haut mir mein Papier.
Drum tätowier' ich mir die Schrift,
bis das Wort die Wahrheit trifft.
Denn die Wahrheit sticht noch tiefer,
tiefer als ins Fleisch allein.
Eine Wahrheit, die nicht wehtut,
die kann nur die halbe sein!
Wortlos geht die Welt zugrunde,
bis sie sprachlos ganz versinkt,
doch es mahnt zur Schweigestunde
ein Lied, das noch erhab'ner klingt:
Es ist das schönste aller Lieder,
wo jede Lyrikwut verraucht.
Es ist das hohe Lied der Liebe,
weil es keine Worte braucht.
Dichter unbekannt (?)
Abend am Meere
O Meer im Abendstrahl, an deiner stillen Flut
fühl’ ich nach langer Qual mich wieder fromm und gut.
Das heiße Herz vergisst, woran sich’s müd’ gekämpft,
und jeder Wehruf ist, zu Melodie gedämpft.
Kaum dass ein leises Weh durchgleitet das Gemüt,
wie durch die stumme See ein weißes Segel zieht!
Alfred Meißner . 1822-1885
Als Seemann kennt man die Gezeiten.
Die Möwen, die um Futter streiten,
die hohe See, das weite Watt.
Die Kneipen, jeder Hafenstadt.
Man heuert an in Bierspelunken.
Dort wird verkostet und getrunken.
Das Liebchen, leider durchgebrannt.
Das raubt Matrosen den Verstand.
Dann hat man Spaß mit fremden Bräuten,
die ihm jedoch gar nichts bedeuten.
Am nächsten Tag geht man an Bord. Und will nur eines: Nämlich fort!
(unbekannt)
Das Meer reicht bis zum Strande und dann verläuft´s im Sande, ganz plötzlich und abrupt.
In ihm gibt´s viele Fische, die essen wir bei Tische gekocht und abgeschruppt.
Doch wozu gibt´s die Gräten? Sie wären nicht vonnöten, sie schmälern den Genuss.
Denn bleibt mal eine stecken, so kann man leicht verrecken viel eher, als man muss! (Heinz Ehrhardt)